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Anschreiben

Das Anschreiben ist der erste und wichtigste Teil der Bewerbung. Es richtet sich direkt an den Empfänger, den Sie von sich überzeugen müssen. Nur wenn Sie bei ihm einen positiven, herausragenden Eindruck hinterlassen, wird er sich auch mit ihren restlichen Bewerbungsunterlagen wohlwollend beschäftigen.

Der Personaler kann an Ihrem Anschreiben bereits erkennen, ob Sie:

  • Ihre Anliegen zielgerichtet auf den Punkt bringen,
  • Sich mit dem Unternehmen, seinen Zielen und der Unternehmensphilosophie beschäftigt haben,
  • Gut in Rechtschreibung und Grammatik sind,
  • Sich gut verkaufen können (wer sich selbst nicht gut verkaufen kann, wie verkauft derjenige Unternehmensziele, Produkte?),
  • Die Anforderungen in der Stellenanzeige richtig gelesen und verstanden haben,
  • Sich weitschweifend oder sogar schwafelnd ausdrücken,
  • An Selbstüberschätzung leiden.

Tipps für Vertriebler: Auch Bewerbungsunterlagen von Freiberuflern und Selbständigen sollten vollständig sein und in einer schönen Bewerbungsmappe präsentiert werden. Das gilt für alle Jobs, nicht nur für Medienjobs.

Leider schicken viele Freiberufler keine Zeugnisse mit. Die sind aber für Personaler wichtig, um die Angaben im Lebenslauf zu überprüfen.

Das Anschreiben ist eine erste Arbeitsprobe

Bereits das Anschreiben ist eine erste Arbeitsprobe, die das Unternehmen an Sie stellt. Deshalb sollte diese Aufgabe wohlüberlegt angegangen werden. Diese Voraussetzungen muss ein Anschreiben erfüllen, um nicht von vornherein aussortiert zu werden:

  • Auf gutem weißen oder cremefarbigen Papier.
  • Nicht länger als eine Seite.
  • Klassischer Schrifttyp ohne Schnörkel.
  • Fehlerfreie Anschrift des Unternehmens mit kompletter Firmierung.
  • An den zuständigen Ansprechpartner adressiert (kann man telefonisch recherchieren).
  • Kurze aussagekräftige Sätze.
  • Fremdwörter nur wenn sie gebräuchlich und im Kontext sinnvoll sind.
  • Das Anschreiben (und den Lebenslauf) mit Vor- und Zunamen unterschreiben.
  • Keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler (lassen Sie zur Sicherheit gegenlesen).

Tipps für Vertriebler: Sie können Produkte oder Dienstleistungen gut verkaufen. Wunderbar. Bei Ihrer persönlichen Bewerbung sind Sie selbst das wertvollste und exklusivste Produkt. Überlegen Sie, wie Sie das mit Ihrem Anschreiben unterstreichen können.

Heben Sie Ihr Anschreiben hervor…

indem Sie es individuell und spannend formulieren. Wecken Sie die Neugierde und das Interesse an Ihrer Person. Gehen Sie auf die ausgeschriebene Position und Aufgabe ein und schildern Sie, warum Sie dafür die geeignete Person sind. Zeichnen Sie ein klares Bild von Ihrer Persönlichkeit und Ihren Fähigkeiten. Ihre Schwächen haben im Anschreiben nichts zu suchen. Beim Auftakt sollten Sie alles verschweigen, was Sie in ein ungünstiges Licht rückt. Das sensible Thema Schwächen wird meistens später sowieso noch angeschnitten. Formulieren Sie positiv, also alles was Sie wollen und können und vermeiden Sie Negativformulierungen wie „ich bewerbe mich weil ich nicht länger in der Gastronomie tätig sein möchte“.

Tipps für Vertriebler: Die meisten Personaler wollen wissen, warum Sie die Branche wechseln oder sich von der Selbständigkeit in eine Festanstellung bewerben. Begründen Sie das nicht mit der schlechten Auftragslage. Die Personaler wissen sowieso welche Branchen schwächeln, denn eingehende Bewerbungen sind ein Barometer der aktuellen Wirtschaftslage.

Recherchieren Sie über das Unternehmen

Wann wurde es gegründet? Welche Gesellschaftsform hat es? Welche Produkte stellt es her oder welche Dienstleistungen bietet es an? Wo sind seine Märkte und seine Zielgruppen? Wie hat es sich in den letzten Jahren verändert? Gab es Expansionen oder Verkäufe? Welche Herausforderungen stehen an? Welche Jobs werden dort überhaupt angeboten? Gibt es dort viele Salesjobs? Das Internet macht solche Recherchen heute kinderleicht. Oft gibt es sogar offizielle Presseinformationen auf der Homepage.

Natürlich können Sie nicht alle diese Fakten im Anschreiben ansprechen. Aber wenn der Personaler merkt, dass Sie sich mit dem Unternehmen beschäftigt haben und Sie aus Überzeugung ein Teil davon werden wollen, hinterlassen Sie die gewünschte Wirkung. Unterstreichen Sie, welchen Mehrwert für das Unternehmen durch Ihre Mitarbeit entsteht, statt aufzuzählen was Ihnen der Job geben würde. Und: Nichts ist fataler, als wenn der Eindruck entsteht, dass Sie sich nur bewerben, weil Ihnen nichts Besseres einfällt oder aus purer Bequemlichkeit.

Tipps für Vertriebler: Schaffen Sie sich ein Produkt des Unternehmens, bei dem Sie sich bewerben, an oder buchen Sie eine Dienstleistung. Die Ausgabe wird sich für Sie auszahlen. Sie werden beim Kontakt mit dem Unternehmen ganz anders argumentieren und sind im Gespräch mit dem Personaler auf einer Augenhöhe.

Beispiele aus schlechten Bewerbungsanschreiben:

„Ich möchte gerne bei Ihnen arbeiten, weil Ihr Unternehmen so verkehrsgünstig liegt“. „Ich bewerbe mich bei Ihnen, weil ein Nachbar von mir bei Ihnen arbeitet und ich mit ihm eine Fahrgemeinschaft bilden kann.“ „Ich habe gehört, dass Sie überdurchschnittliche Sozialleistungen bieten und Ihr Betriebsklima sehr gut ist. Darauf lege ich einen großen Wert.“ „Ihr Unternehmen ist bekannt als expansionsfreudiges Traditionsunternehmen. Ich würde gerne bei Ihnen im Einkauf tätig sein, weil ich denke, dass ich bei Ihnen eine fundierte Einarbeitung und stetige Weiterbildung erhalte.“

Tipps für Vertriebler: Dass Sie Geld verdienen müssen und den Job brauchen, weil Sie eine Trennung oder Scheidung hinter sich haben, gehört nicht in ein Anschreiben, auch wenn oft berufliche Veränderungen von Veränderungen der persönlichen Lebensumstände begleitet sind.

Beispiele aus guten Bewerbungsanschreiben:

„Ihr Unternehmen expandiert in Saudi-Arabien. Da ich die Sprache ganz gut spreche und bereits von früheren Einsätzen mit der arabischen Mentalität vertraut bin, kann ich für Sie dabei wertvolle Unterstützungsarbeit leisten.“ „Ihr Unternehmen ist auf dem Gebiet XY renommiert. Es reizt mich, bei einem Marktführer zu arbeiten und meine fundierten Programmierkenntnisse zum Ausbau Ihres Marktvorsprungs einzubringen.“ „Ihr Slogan ist: „Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause“. Als Mitarbeiterin im Kundenservice wäre ich gerne ein Baustein für dieses „Zuhause“.

Tipps für Vertriebler: Beispiel: „Ich nutze selbst die Flatrate von O2 und bin mit Preis, Leistung und Service äußerst zufrieden. Ihr Produkt kann ich voller Überzeugung anbieten.“