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Zeugnisse

Zu einer vollständigen Bewerbung gehören neben Anschreiben, Lebenslauf und eventuellem Deckblatt die für den Arbeitsplatz relevanten Zeugnisse und Bescheinigungen. Das umfasst die Unterlagen zum Schulabschluss, Ihrer Berufsausbildung oder zu eventuell weiterführenden Bildungsabschlüssen. Außerdem sollten möglichst komplett Ihre bisherigen Arbeitszeugnisse beiliegen, welche Sie von Ihren letzten Arbeitgebern erhalten haben.

Legen Sie von den Zeugnissen nur Kopien der Bewerbungsmappe bei. Sie sollten dabei auf gute Qualität und Sauberkeit achten. Sollte das Unternehmen beglaubigte Abschriften verlangen, so werden Sie dazu aufgefordert.

Lassen Sie sich von jedem Beschäftigungsverhältnis und von jedem Praktikum ein Zeugnis geben. Unterschieden wird zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Zeugnis. Im einfachen Arbeitszeugnis wird lediglich die Dauer der Beschäftigung angegeben. Im qualifizierten Zeugnis steht auch eine Beurteilung der Leistung und des Sozialverhaltens. Lassen Sie sich ab einer Beschäftigungsdauer von drei Monaten möglichst immer ein qualifiziertes Zeugnis ausstellen.

Tipps für Vertriebler: Freiberufler haben im Allgemeinen keine Arbeitszeugnisse. Lassen Sie sich deshalb von Ihren Kunden oder Auftraggebern ein Referenzschreiben geben.

Ein qualifiziertes Zeugnis…

…hat folgenden Aufbau:

Überschrift: Arbeitszeugnis – Zwischenzeugnis – Ausbildungszeugnis – Praktikumszeugnis

Eingangssatz: Personalien und Dauer des Arbeitsverhältnisses

Aufgabenbeschreibung: Hierarchische Position – Aufgaben (Unternehmen, Branche) – Kompetenzen (Verantwortung)

Leistungsbeurteilung: Arbeitsbereitschaft – Arbeitsbefähigung (Belastbarkeit, Geistige Fähigkeiten, Wissen, Kenntnisse, Weiterbildung) – Arbeitsweise – Arbeitserfolg (Arbeitsmengen, Arbeitstempo, Arbeitsgüte)

Herausragende Erfolge (wenn vorhanden)*

Führungsleistung (bei Vorgesetzten): Abteilungsleistung – Gruppenleistung – Zufriedenheit der Mitarbeiter (Betriebsklima)

Zusammenfassende Leistungsbeurteilung (Zufriedenheitsaussage)*

Verhaltensbeurteilung: Verhalten zu Vorgesetzten – Verhalten zu Kollegen – Verhalten zu Dritten – Sonstiges Verhalten

Schlusssatz: Beendigungsformel – Dankes-Bedauern-Formel (Verständnis, Empfehlung, Wiedereinstellungsaussage) – Zukunftswünsche

Ausstellungsdatum und Unterschriften

* Kann, muss aber nicht sein

Cheerful office workers cooperating and giving high five standing and looking at camera together.

Gängige Formulierungen

Gängige Formulierungen bei Beurteilungen in Zeugnissen:

  • Sehr gut: Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit
  • Gut: Zu unserer vollsten Zufriedenheit, stets zu unserer vollen Zufriedenheit
  • Befriedigend: Zu unserer vollen Zufriedenheit
  • Ausreichend: zu unserer Zufriedenheit
  • Mangelhaft: Im Allgemeinen zu unserer Zufriedenheit

Personaler achten, wenn Sie Zeugnisse lesen auch auf das Ausstellungsdatum. Ist es nicht identisch mit dem letzten Tag eines Monats, kann vermutet werden, dass eine fristlose Kündigung Grund der Vertragsauflösung war.

Die Dankes-Bedauern-Formel und die Zukunftswünsche am Ende eines Zeugnisses sind ein wichtiger Hinweis, wie geschätzt der Mitarbeiter war. Fehlen sie, bedeutet das, dass man über seinen Weggang froh ist. Auch Rechtschreibfehler, Knicke und Faltungen des Zeugnisses oder eine niedrige Hierarchie des Zeugnisschreibers lassen auf eine Geringschätzung schließen.

Tipps für Vertriebler: Vertriebler leben vom Kundenkontakt. Ihr Verhalten gegenüber Kunden gehört auf jeden Fall in Ihr Arbeitszeugnis.

Zeugnislänge und besondere Formulierungen

Die Länge des Zeugnisses hängt vom Verantwortungsbereich und der Dauer der Beschäftigung ab. Bei langjährigen Mitarbeitern mit wechselnden Aufgaben oder Führungsverantwortung zwei Seiten, bei kürzeren und einfacheren Beschäftigungen eine halbe bis eine Seite. Ein Zeugnis, das länger als zwei Seiten ist, signalisiert meist, dass es von einem Unkundigen oder vom Mitarbeiter selbst verfasst ist. Immer wieder hört man, dass Mitarbeiter sich ihr Zeugnis selbst schreiben sollen. Lassen Sie sich nicht darauf ein, denn wer sich mit der Zeugnissprache nicht auskennt, schießt sich oft ein Eigentor indem er blumige Formulierungen wählt oder Formulierungen, die für den Kundigen eine ganz andere Bedeutung haben. Immer wieder wird gefragt, ob es so etwas wie einen Geheimcode in Zeugnissen wirklich gibt. Dabei werden die meisten negativen Aussagen durch Weglassen getätigt. Die Technik des „beredeten Schweigens“ wird z. B. angewandt, wenn bei einer Kassiererin nicht erwähnt ist, dass sie ehrlich war. Und wer Personalverantwortung hatte und dessen Führungsverhalten nicht erwähnt wird, hat in diesem Punkt versagt. Nach wie vor ist die Formulierung „kümmerte sich um die Belange der Belegschaft“ ein Hinweis auf Gewerkschaftstätigkeit und „war bei den Mitarbeiterinnen sehr beliebt“ weist auf sexuelle Kontakte zur weiblichen Belegschaft hin. „Gesellig“ lässt auf Alkoholkonsum schließen.

Tipps für Vertriebler: Bei Verkäufern sollten unbedingt Verkaufserfolge im Zeugnis erwähnt sein.